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Orientteppich: Kaufberatung (Muster, Materialien, Größen, Preise 2026)

Mediterranes Art-déco-Wohnzimmer mit ockerfarbenen Terrakottafliesen, großem Orientteppich mit Medaillon in Bordeaux und Ocker 200x300, Sessel aus pflaumenfarbenem Samt und geädertem Marmor

7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 29. Mai 2026

Der Orientteppich trägt eine jahrtausendealte Geschichte in sich, geprägt von Handelsrouten, Symbolen, verschlüsselten Mustern und einem Können, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Seine heutige Wirklichkeit sieht sehr anders aus: Die meisten Orientteppiche auf dem Markt werden heute maschinell gefertigt, in modernen Textilzentren und aus leistungsfähigen technischen Fasern. Diese doppelte Identität, überliefert und zugleich modernisiert, erklärt, warum der Orientteppich eine der meistgekauften Teppichfamilien bleibt, gleichauf mit dem skandinavischen und dem zeitgenössischen Berberstil.

1. Der Orientteppich heute

Der Begriff „orientalisch“ fasst in Wahrheit mehrere Traditionen zusammen, vor allem die persische (Iran), die türkische (Anatolien), die kaukasische und die asiatische. Jede hat ihre Muster, ihre Palette, ihre Technik. Im Jahr 2026 steht das Wort „orientalisch“ auf den meisten Einrichtungsshops jedoch vor allem für einen Stil: zentrale Medaillons, komplexe Bordüren, Palmetten, Arabesken, eine traditionelle Palette (tiefes Rot, Indigoblau, Ocker, Elfenbein). Der verkaufte Teppich ist nicht zwangsläufig handgeknüpft: Er kann maschinell aus modernen Fasern gefertigt sein und dabei eine sehr feine Musterzeichnung und eine hohe Webdichte erreichen.

Casemira folgt dieser zeitgenössischen Logik. Die 49 Modelle der Kollektion Orientteppiche werden maschinell aus BCF- oder Heat-Set-Polypropylen gefertigt, Herkunft Türkei, mit einer durchschnittlichen Dichte von 1.300 g/m² bei den Standardmodellen. Die 34 Modelle der hochwertigeren Kollektion Perserteppiche entstehen in zwei Konstruktionen:

  • 100 % Modal Silk: 14 Modelle, Acrylfaser mit Seidenoptik von außergewöhnlicher Weichheit, Webdichte bis zu 3.000.000 Punkte pro Quadratmeter, Florhöhe 5 mm, Herkunft Türkei. Geliefert mit Echtheitszertifikat und dekorativen Fransen.
  • 100 % Acrylic-Cotton Basic: 20 Modelle, Mischung aus Acryl und Baumwolle, klassische persische Palette, günstigere Preisspanne.

Diese Transparenz ist uns wichtig: Casemira bietet den orientalischen Stil, nicht den alten, handgeknüpften Originalteppich. Diese Positionierung macht die persische Ästhetik und die traditionellen Muster zu einem überschaubaren Budget zugänglich (sehr schöne Stücke unter 600 €), mit robusten, pflegeleichten und langlebigen Fasern.

2. Die traditionellen Muster erklärt

Vier Muster prägen die große Mehrheit der heutigen Orientteppiche:

Zentrales Medaillon. Eine große ovale oder vieleckige Form in der Mitte des Teppichs, oft reich mit floralen Arabesken verziert. Es ist die verbreitetste Komposition und passt besonders gut in rechteckige Wohnzimmer, in denen das Medaillon zum optischen Mittelpunkt wird.

Herati-Bordüre. Auch „kleine Fische“ genannt, besteht sie aus stilisierten Blütenmotiven in aufeinanderfolgenden Bändern, die den Teppich einrahmen. Eine gute Herati-Bordüre hat mindestens drei Bänder (ein schmales außen, ein breites in der Mitte, ein schmales innen), die den Blick führen und Tiefe erzeugen.

Palmetten und Arabesken. Wiederkehrende, manchmal geometrisierte Blütenmotive, die das Mittelfeld zwischen Medaillon und Bordüre füllen. Je dichter die Palmetten stehen, desto reicher und komplexer wirkt der Teppich.

Boteh (oder Paisley). Ein tropfen- oder zypressenförmiges, stilisiertes Motiv persischen Ursprungs, das dem bekannten westlichen Paisley seinen Namen gab. Häufig versetzt über das gesamte Feld wiederholt.

Seltener in zeitgenössischer Lesart ist das Gartenfeld, das den Teppich in symbolische Abschnitte teilt (die Paradiesgärten der persischen Tradition). Diese Konstruktion bleibt heute den sehr hochwertigen Stücken vorbehalten.

„Das orientalische Muster ist eine Sprache. Wer sie lesen lernt, betritt den Teppich.“

3. Der Perserteppich bei Casemira (Oberklasse)

Die Kollektion Perserteppiche umfasst 34 Modelle in einer Preisspanne von 599 € bis 5.194 € (Median 1.029 €). Das sind die exklusivsten Stücke des Sortiments, mit zwei unterschiedlichen technischen Familien:

Die Serie Samara aus Modal Silk bildet die Spitze. Die Acrylfaser mit Seidenoptik erzeugt den perlmuttartigen Schimmer, die Weichheit und die Reflexe der Naturseide, ohne deren Empfindlichkeit und ohne deren Preis. Die Webdichte von 3.000.000 Punkten pro Quadratmeter erlaubt eine Feinheit der Zeichnung, die maschinelle Fertigung selten erreicht, mit Verläufen und Details, die sonst nur alte handgeknüpfte Teppiche zeigen.

Jedes Stück der Serie Samara wird mit Echtheitszertifikat und dekorativen Fransen geliefert. Erhältlich vor allem in den Größen 160 × 230 und 200 × 300 cm. Ideal für ein exklusives Wohnzimmer, ein Gästezimmer oder ein repräsentatives Büro, in dem der Teppich zum Hauptstück wird.

Die Serie Acrylic-Cotton Basic bietet 20 günstigere Modelle aus einer Mischung von Acryl und Baumwolle, mit denselben traditionellen persischen Mustern (Medaillons, Herati-Bordüren, Arabesken) in klassischer Palette. Die Faser ist weicher als Polypropylen, die Webdichte bleibt hoch, und das Ergebnis überzeugt alle, die die persische Ästhetik ohne das Segment Modal Silk suchen.

Für diese Stücke bietet Casemira Teppichmuster für 10 € auf den 127 infrage kommenden Modellen (Handgefertigt und Easy Clean) an, die beim Kauf vollständig angerechnet werden. Bei den Perser-Modellen ohne Musterservice sichert die kostenlose Rückgabe innerhalb von 30 Tagen den Kauf aus der Ferne ab.

4. Der zeitgenössische Orientstil (zugänglich)

Die Kollektion Orientteppiche umfasst 49 Modelle in einer Spanne von 34 bis 454 € (Median 154 €). Das ist das Einstiegs- und Mittelsegment, besonders sinnvoll für alle, die den Orientstil möchten, ohne 1.000 € und mehr zu investieren.

Technische Konstruktion: 100 % Polypropylen BCF oder Heat-Set, Herkunft Türkei, Florhöhe 9 mm, Dichte 1.300 g/m². Die BCF-Faser (Bulk Continuous Filament) ist auf Abriebfestigkeit und dauerhafte Farbtreue ausgelegt. Von Natur aus schmutzabweisend, bei den meisten Modellen saugroboterfest.

Charakteristische Modelle:

  • Valore: Medaillon und umlaufende Bordüre, in mehreren Farbstellungen (Rot & Beige, Beige & Braun, Grün & Beige, Schwarz & Silber). Sehr vielseitig und ein idealer erster Orientteppich.
  • Camden: zeitgemäßere Palette, modernisierte orientalische Muster, ideal für ein Wohnzimmer im Mid-Century-Stil oder ein Industrieloft.
  • Riviera: klassische persische Muster in maschineller Lesart, traditionelle Palette (Rot, Bordeaux, tiefes Grün).
  • Terrazzo: waschbare Linie mit orientalischer Anmutung, Teil der Kollektion waschbare Teppiche (maschinenwaschbar bei 30 °C).

Wer zwischen dem zeitgenössischen Orientstil und dem modernisierten Berberstil schwankt, findet im Ratgeber Teppiche im Berberstil einen Vergleich beider Familien. Der Hauptunterschied: Der Berberstil arbeitet mit der Trägerstruktur und wiederholten geometrischen Mustern, der Orientstil mit symmetrischen Kompositionen aus Medaillon und gegliederter Bordüre.

5. Traditionelle Farben und moderne Einrichtung

Die traditionelle orientalische Palette baut auf vier Leitfarben auf:

Farbe Charakter Passt zu
Tiefes Bordeauxrot Warm, kultiviert, persische Signatur Dunkles Nussbaumholz, Cognacleder, geädertem Marmor
Indigoblau Tief, geheimnisvoll, ruhig Gebrochen weißer Wand, heller Eiche, gebürstetem Messing
Ocker und Sandbeige Hell, mediterran Terrakottafliesen, altem Parkett, Samt in Pflaume oder Tannengrün
Elfenbein und Ecru Ruhig, elegant, zeitlos Kalkstein, weißem Marmor, reduzierten Möbeln

Guter Einrichtungsreflex: Ein bordeauxroter Orientteppich wirkt in einem modernen, reduzierten Wohnzimmer besser als derselbe Teppich in einem Raum, der schon voller Muster und Farben ist. Der Teppich wird zum Signaturstück, der Rest des Raumes bleibt zurückhaltend.

Wer beim Farbzusammenspiel tiefer einsteigen möchte, findet im Ratgeber welche Teppichfarbe passt die 60-30-10-Regel und die ergänzenden Untertöne erklärt.

6. Welche Größe passt

Der klassische Orientteppich setzt auf rechteckige Standardgrößen. Vier typische Fälle:

Wohnzimmer von 15 bis 20 m²: Ein 160 × 230 cm bringt das zentrale Medaillon zur Geltung, ohne den Raum zu überladen. Es ist die meistverkaufte Größe der Casemira-Kollektion Orientteppiche.

Wohnzimmer von 20 bis 25 m²: Ein 200 × 300 cm ist die Referenzlösung. Das Muster bekommt Luft, die Komposition entfaltet sich vollständig, und das Sofa darf teilweise darauf stehen, entsprechend der 20-cm-Regel.

Eingang oder Flur: Hier passen Größen wie 80 × 150 cm oder ein Läufer nach Maß, auch wenn eine Komposition mit zentralem Medaillon auf schmalem Format weniger zur Geltung kommt. Modelle mit wiederholten Mustern (Paisley, Arabesken) funktionieren in dieser Situation besser. Siehe den Ratgeber Läufer nach Maß.

Schlafzimmer: Ein 160 × 230 oder 200 × 300 am Fußende des Bettes bringt Wärme und Charakter. Der Orientteppich funktioniert besonders gut in Schlafzimmern mit ruhigen Wänden, siehe den Ratgeber Schlafzimmerteppich.

Alle Größen im Detail, Raum für Raum, finden Sie im Ratgeber welche Teppichgröße passt.

7. Pflege und richtige Handgriffe

Der zeitgenössische Orientteppich aus Polypropylen zählt zu den unempfindlichsten Teppichen im Alltag:

Wöchentliches Absaugen in Florrichtung, mit mäßiger Saugkraft. Bei den BCF-Modellen deckt das Absaugen 90 % der Pflege ab.

Alle 6 Monate drehen, damit sich die Abnutzung zwischen Laufweg und Sofabereich gleichmäßig verteilt.

Frische Flecken: mit einem sauberen weißen Tuch, lauwarmem Wasser und bei Bedarf verdünnter Schmierseife abtupfen, nicht reiben. Polypropylen ist nicht saugfähig und nimmt Flecken nicht auf wie Wolle.

Keine Maschinenwäsche bei den meisten klassischen Orientmodellen (Ausnahme: die ausdrücklich als waschbar gekennzeichneten Terrazzo). Für eine Tiefenreinigung alle 2 bis 3 Jahre eine Teppichreinigung beauftragen.

Mottenschutz: Polypropylen zieht keine Motten an (anders als Wolle), der zeitgenössische Orientteppich bleibt also ohne besondere Vorkehrungen dauerhaft stabil.

Bei den Perser-Stücken aus Modal Silk ist das Vorgehen heikler. Sanft in Florrichtung absaugen, ohne Rotationsbürste. Kein feuchtes Mittel ohne vorherigen Test. Bei einem ernsteren Fleck eine auf feine Stücke spezialisierte Teppichreinigung beauftragen (12 bis 20 € pro m²). Der komplette Ratgeber wie man einen Teppich reinigt beschreibt das Vorgehen Material für Material.

8. FAQ: Orientteppich

Ihre Fragen zum Orientteppich

Sind die Orientteppiche von Casemira handgeknüpft?

Nein. Casemira bietet Teppiche im zeitgenössischen Orientstil, maschinell in der Türkei gefertigt, aus modernen Fasern (BCF- oder Heat-Set-Polypropylen für die Kollektion Orientteppiche, Modal Silk aus Acryl mit Seidenoptik oder Acrylic-Cotton Basic für die Kollektion Perserteppiche). Diese Transparenz ist uns wichtig: Die orientalische Ästhetik bleibt gewahrt, die Fertigung ist industriell, und genau das macht die Preise zugänglich.

Was unterscheidet einen Orientteppich von einem Perserteppich?

Streng genommen bezeichnet der Perserteppich Teppiche aus dem Iran. „Orientalisch“ ist der weitere Begriff und schließt Iran, Türkei, Kaukasus und Asien ein. Bei Casemira umfasst die Kollektion Perserteppiche die hochwertigen Modelle (Modal Silk und Acrylic-Cotton, 599 bis 5.194 €), während die Kollektion Orientteppiche den zugänglichen Stil aus Polypropylen bietet (34 bis 454 €).

Was kostet ein schöner Orientteppich?

Das hängt vom Segment ab. Für einen hochwertigen zeitgenössischen Orientstil rechnen Sie mit 150 bis 300 € in 160 × 230 und 250 bis 450 € in 200×300. Für einen hochwertigen Perserteppich aus Modal Silk rechnen Sie je nach Modell mit 800 bis 1.600 € in 160×230. Über 3.000 € liegen die exklusivsten Stücke in großen Formaten. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktseite.

Passt ein Orientteppich in ein modernes Wohnzimmer?

Ja, das ist sogar eine der wirkungsvollsten Kombinationen der zeitgenössischen Einrichtung. Der Orientteppich wird durch sein reiches Muster zum Signaturstück des Wohnzimmers. Der Rest des Raumes bleibt zurückhaltend (reduzierte Möbel, einfarbige Wand, begrenzte Palette). Das Ergebnis ist ein sehr gelungener Dialog zwischen Tradition und Moderne.

Wie prüft man die Qualität eines Orientteppichs?

Vor allem an drei Kriterien: der Webdichte (g/m²), die zeigt, wie reich das Muster ausfällt, dem Material (Modal Silk für die Spitze, BCF-Polypropylen für die Robustheit, Acrylic-Cotton für die Weichheit) und der Kantenverarbeitung (gleichmäßige Fransen, sauberer Saumabschluss). Der Ratgeber einen hochwertigen Teppich erkennen beschreibt die vollständige Methode.

Passt ein Orientteppich zu meinem hellen Eichenparkett?

Sehr gut. Helle Eiche harmoniert besonders mit Orientteppichen in Indigoblau, Elfenbein und Ecru oder hellem Ocker. Vermeiden Sie stark gesättigte Rottöne auf rötlich hellem Eichenboden (die Wirkung wird zu warm). Einen kompletten Leitfaden zu Farbkombinationen finden Sie unter welche Teppichfarbe passt.

Verfasst vom Casemira-Team in der Bretagne. Mehr über Casemira erfahren.

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